Weiterhin keine Atomkraftwerke in Italien

16.06.2011 in der Kategorie: Italien News

Italien bleibt auch weiterhin das einzige große Industrieland in Europa, in dem keine Atomkraftwerke (AKW) stehen bzw. in Betrieb sind. Fast zeitgleich mit dem Ablaufen des Atom-Moratoriums in Deutschland und der Verkündigung des endgültigen Ausstiegs der Bundesregierung aus der Atomenergie bis spätestens 2022 hat sich auch Italien deutlich gegen die Kernenergie ausgesprochen. Bei einer Volksabstimmung über die Nutzung der Kernenergie in Italien sprachen sich satte 94 % gegen den Bau neuer AKWs und die Inbetriebnahme alter Meiler aus, womit die Pläne von Ministerpräsident Silvio Berlusconi sang- und klanglos gescheitert sind. Trotz der Katastrophe von Fukushima wollte der ohnehin schon sehr umstrittene Ministerpräsident Silvio Berlusconi an seinen ursprünglichen Plänen festhalten. Diese sahen nicht nur die Inbetriebnahme alter AKWs vor, die nach dem atomaren Super-GAU von Tschernobyl abgeschaltet wurden, sondern auch den Neubau von vier neuen Atomkraftwerken in Italien vor. Das klare "Nein" bei der Volksabstimmung in Italien, an der sich überdurchschnittlich viele Wähler beteiligten, wird von Beobachtern auch als allgemeiner Trend gegen Silvio Berlusconi und sein Mitte-Rechts-Bündnis gewertet. Es scheint jetzt mehr als fraglich, ob die Koalition aus Berlusconis Popolo della Libertà (Volk der Freiheit) und der Lega Nord das reguläre Ende der aktuellen Legislaturperiode in rund zwei Jahren noch erleben wird. Silvio Berlusconi gilt als einer der schillerndsten und umstrittensten Politiker in Italiens Geschichte. Seit mehreren Monaten sorgt der Ministerpräsident mit immer neuen Skandalen und Peinlichkeiten regelmäßig für negative Schlagzeilen in der nationalen und internationalen Presse.

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